Ort

 
Gebietsbeschreibung
Die Woldenmey Siedlung liegt im Dortmunder Stadtteil Derne ca. zehn Kilometer nördlich des Stadtzentrums. Kaum ein Stadtteil in Dortmund wurde durch den Bergbau so sehr geprägt wie der Ort Derne, der bis zu seiner Industria­lisier­ung in den 1870er Jahren landwirtschaftlich geprägt war. 1970 war die in Derne ansässige Zeche Gneisenau mit 6.000 Mitarbeitern und über 3 Millionen Tonnen Jahresförderung die größte Zeche im Ruhrgebiet. 1974 beschäftigte Gneisenau mehr als 6.300 Bergleute und erreichte mit 4,2 Millionen Tonnen Steinkohle die höchste Jahresförderung des Bergwerks, welches zeitweise zu den größten und modernsten in Europa zählte. Mit Schließung der Kokerei 1989 ging die über hundertjährige Bergbaugeschichte in Derne zu Ende und über 5000 Arbeitsplätze gingen dabei verloren.

In Derne leben heute rund 6300 Einwohner Der Ausländeranteil ist mit 16,4 % und die Migrantenquote mit 33,2 % überdurchschnittlich für Dortmund. Die Minderjährigenquote mit 26,8 %, liegt deutlich über dem Dortmunder Durchschnitt von 20,1 % (Stand Dez. 2008).

Die Woldenmey Siedlung, in den 1960er Jahren zur Hochzeit der Industrialisierung Dernes erbaut, leidet heute unter ihrem schlechten Ruf als „Hochhaussiedlung“ in dörflicher Lage. Sie liegt am Rand des Derner Ortskerns der von historischer dörflicher Bebauung, Zechensiedlungen und Einfamilienhausbebauungen der 1960er und 1970er Jahre geprägt ist. Nördlich an die Siedlung grenzt die Kleingartenanlage „Woldenmey“ und die Bundesautobahn 2. Als ehemalige Hoeschsiedlung mit 408 Wohneinheiten beträgt heute der Anteil der ehemaligen „Hoeschianer“ noch ca. 30%. Diese Mieter „der ersten Stunde“ fühlen sich eng verbunden mit „ihrer Siedlung“. Die übrigen Bewohnerschaft der Siedlung kann als „gemischt“ bezogen auf ihre Altersgruppen und kulturellen Hintergründe bezeichnet werden. Ungefähr ein Drittel der Bewohner sind Familien mit Kindern. Die Woldenmey Siedlung ist von einem überdurchschnittlichen Wohnungsleerstand geprägt. Die autofreien, parkartigen Freiräume in der Mitte der Siedlung sind gepflegt, jedoch ist die Möblierung in die Jahre gekommen und es fehlt an Aufenthaltsqualitäten und Angeboten für eine junge Bewohnerschaft. Seit Juni 2013 steht eine „Aktionswohnung“ für gemeinsame Aktivitäten der Bewohnerinnen und Bewohner der Siedlung zur Verfügung.

Herausforderungen in der Woldenmey Siedlung stellen der sich ankündigende Generationenwechsel der Bewohnerschaft, die unterschiedlichen Bewohnergruppen, die Verknüpfungen der Siedlung zu ihrer Umgebung und der Zustand ihrer Freiräume dar.

Mit dem Projekt Hingucker sollen die Kinder und Jugendlichen der Woldenmey Siedlung und ihrer Nachbarschaft auf die Qualitäten und Defizite der Freiräume ihrer Lebensumgebung aufmerksam gemacht werden, gemeinsam Veränderungsvorschläge für ausgewählte Orte entwickeln und einen Ort als „Hingucker“ baulich gestalten. Das Projekt Hingucker 2013 findet in Kooperation mit der Wohnungsgesellschaft Vivawest statt.

Termine:

Schnupperworkshop 1: 5.7.2013
Schnupperworkshop 2: 19.7.2013
Workshop Hingucker: wird am 19.7. festgelegt

Ort: Aktionswohnung Woldenmey Siedlung, Liethschulteweg 8


Eindruck vom Innenbereich der Siedlung (alle Fotos: JAS)


Betonmobiliar

Das „Zentrum“ der Siedlung

 

2016

 
April 2016
Auch in dieser Winterpause waren wir aktiv. Wir haben uns mit unterschiedlichen Ideen und Konzepten für Hochbeete befasst, um den Garten im Jahr 2016 entsprechend dem Wunsch der Kinder „etwas zu Pflanzen“ weiter zu entwickeln. Im Frühjahr wurde die Idee konkret, den Garten mit zahlreichen Hochbeeten aus Paletten anzulegen und diese mit Kräutern unterschiedlichster Länder zu bepflanzen, damit alle Bewohner diese nach Bedarf auch nutzen können. Mit diesem Kräutergarten sollte gleichzeitig ein Beitrag für das Jahresthema „gemeinsam Kochen und Essen“ entstehen, das die Auslandgesellschaft, die sich in der Woldenmey-Siedlung um das Miteinander der unterschiedlichen Kulturen kümmert, für 2016 geprägt hat. Gleichzeitig mit dem Kräutergarten für unterschiedliche Kochkulturen sollte eine große Tafel gebaut werden, um zukünftig einen Raum für gemeinsame Mahlzeiten und den Austausch von Köstlichkeiten und Rezepten in Nähe des Gartens zu haben. Nach den Erfahrungen der letzen Jahre war schnell klar, dass sowohl Garten als auch Tafel in einer gemeinsamen Aktion gebaut werden. Die große Beteiligung der Kinder und Jugendlichen mit ihren unterschiedlichsten Stärken und Interessen hat uns im letzten Jahr gezeigt, dass alle gerne mitarbeiten möchten, es unterschiedliche Aufgabenbereiche geben sollte und dass dann gemeinsam sehr viel geleistet werden kann. Im Vorfeld der Hauptaktion gab es am 12. März eine Schnupperaktion mit den Kindern vor Ort. Hier wurden gemeinsam unterschiedliche Samen zur Vorzucht für den neuen Garten gesät und von den Kindern zur weiteren Pflege mit nach Hause genommen. Daneben wurden erste Gartenarbeiten durchgeführt. Am 08. April war es dann soweit - der Garten wurde errichtet und die neue Tafel gebaut. Am ersten Tag wurde gemessen und markiert, wo und wie die Beete errichtet werden sollen. Die Maße eines Beetes waren vorgegeben und ein Plan mit einer „ungefähren“ Grundfigur des Gartens lag bereit. Nun hieß es, Plan lesen lernen, messen, ausrichten, einzeichnen und schauen, ob die Anordnung den Anforderungen an einen Garten mit Aufenthaltsmöglichkeiten entspricht. Am nächsten Tag wurden neun Kubikmeter Erde angeliefert und zahlreiche Beetrahmen und Paletten mussten abgeladen werden. Nach den Vorbereitungen und einer ausführlichen Einführung in die Baustellenarbeit gingen die unterschiedlichen Teams (drei Beet-Teams und ein Tisch-Team) an die Arbeit. Die Beet-Teams mussten jeweils drei Beete aufbauen und befüllen – Schicht für Schicht, bis die gewünschte Höhe erreicht war. Bis zu 50 Schubkarren Erde wurden dabei von jedem Team bewegt. Ein Zaun für den Garten inklusive Gartentore durfte natürlich nicht fehlen. Mit Paletten wurden die Zwischenräume zwischen den Hohbeeten geschlossen. Die Gartenbauaktion wurde u.a. begleitet von einer niederländischen Studentin, die das Thema „urban gardening“ im Rahmen ihrer Arbeit in dem internationalen Denktank „Kennislab“ in Dortmund bearbeitet. Das Tischteam musste unterstützt von zwei Tischlern, nachdem die Paletten abgeladen waren, den Tisch, aufbauen, vermessen, verschrauben, sägen und schleifen, bis die Tafel für ein gemeinsames Abendessen genutzt werden konnte. Das Essen hatten Mitarbeiterinnen der Auslandsgesellschaft mit Unterstützung von Bewohnern am Samstag für alle Baustellenteams zubereitet. Am letzten Tag wurden die Beete bepflanzt. Hierzu wurde zusammen ausprobiert, geschoben und ausgerichtet bis die Kräuter in der richtigen Zusammensetzung in den jeweiligen Hochbeeten ihren Platz gefunden hatten. Nun konnten sie eingepflanzt werden. Auf den Kisten wurden die Namen der Kräuter in allen Muttersprachen der mitwirkenden Kinder vermerkt. Zum Schluss wurde der Garten mit Farbe und kleinen Accessoires verschönert.
 
12.März 2016
Die ersten Frühjahrsarbeiten im Hingucker-Garten haben begonnen...
Gemeinsam wurde der Garten fit für den Frühling gemacht und  gesät, aufgräumt und natürlich gespielt!
Im April geht es weiter - wir freuen uns auf Unterstützung!
 
Freitag, 8.April ab 15:00 Uhr
Samstag, 9.April ab 11:00 uhr
Sonntag, 10.April ab 11:00 Uhr
 

2015

 
21. bis 23. August 2015

Drei tolle Hingucker-Bautage im Woldenmeygarten liegen hinter uns und das Ergebnis kann sich wirklich sehen und benutzen lassen!
Am Freitag wurde begonnen, gemeinsam die Baustelle einzurichten. Holz, Werkzeuge und Pflanzen wurden ausgeladen und eine Baustellenbesprechung einberufen, um zu diskutieren, welche Ideen in diesem Sommer realisiert werden sollten! Gemeinsam wurde überlegt, was und vor allem wo in den drei Tagen zu bauen ist. Unterschiedliche Ideen wurden skizziert und abgestimmt. Schließlich wurde beschlossen, im Miscanthusfeld eine „Schatzkiste“ zu bauen, auf der man auch sitzen kann, dazu weitere Sitzelemente, auf denen mehrere Nutzer des Gartens Platz finden sowie eine weitere große Kiste, in der die Soccer-Hocker aufbewahrt werden und die als Tisch genutzt werden kann.

Nach der Baustellenbesprechung ging es direkt an die Arbeit. Der Sonnenschutz, der im Rahmen der vorangegangenen Bauaktion begonnen wurde, musste zunächst fertiggestellt werden. Mit der Unterstützung vieler fleißiger Bauarbeiter entstand so ein Rankgerüst für schattenspendende Pflanzen. Erst gegen 21.00 Uhr wurde die Baustelle geschlossen, der eine oder andere hätte auch noch gerne etwas länger gebaut.

Am Samstag waren viele Bauarbeiter schon um ca. 10.00 Uhr wieder vor Ort, obwohl der offizielle Baustellenstart erst für 11.00 Uhr angekündigt war. Sofort wurde gemessen, gesägt, gehämmert, geschraubt, gepflanzt, gegraben und planiert. Am Abend waren neue Pflanzen - unter anderen Kletterrosen, Wein und Kräuter - an Ort und Stelle, der Standort für die Schatzkiste hergerichtet und die Schatzkiste auch wirklich fertig! Auch die zweite Kiste für die Soccer Hocker war in ihrer Grundform schon zu erkennen.

Am Nachmittag startete in der Woldenemey-Siedlung ein von den Bewohnerinnen und Bewohnern mit Unterstützung der Auslandsgesellschaft Dortmund durchgeführtes Nachbarschaftsfest. Gemeinsam wurde gekocht, gegessen, gespielt, gehüpft (Hüpfburg) und gefeiert. Viele Bewohner besuchten die Hingucker Baustelle und informierten sich über die geplanten Projekte; der ein oder andere half auch mit. Am Abend ließen die Anwohner das Fest im Hingucker Garten ausklingen.

Auch am Sonntag wurde wieder auf der Baustelle gearbeitet. Große Ruhepausen waren nicht möglich, denn am Abend sollten alle neuen Gartenelemente fertig sein und bei einer gemeinsamen Grillaktion eingeweiht werden. Um ca. 18.00 Uhr war es dann so weit, die Arbeiten waren abgeschlossen. Die neuen Sitzbänke standen an den gewünschten Standorten und die große Kiste war fest verankert.

Eltern und Kinder versammelten sich noch einmal, da das JAS-Team Nutzungshinweise für das neue Gartenmobiliar gab. Die beiden Kisten hatten während der Bauphase Schlösser erhalten, denn was ist eine Schatzkiste ohne Schloss und ohne Schatz?
Es wurde erklärt, wie die Kisten genutzt werden können, wie man die Kisten öffnet und welche Aufgaben und Pflichten mit dem Besitz eines Schlüssels verbunden sind. In der großen Kiste liegen die Soccer Hocker, Gartengeräte, Gießkanne und Grill. In der kleinen „Schatzkiste“ eine Auswahl an Spielen, die von allen ausgeliehen und genutzt werden können.

Vier Eltern haben sich bereit erklärt, eine Schlüsselpatenschaft zu übernehmen, die neuen Pflanzen zu pflegen und den Kindern wie auch anderen Eltern bei Bedarf die Kisten zu öffnen. In einigen Wochen ist ein Treffen mit den Schlüsselpaten und den Kindern im Garten geplant, um sich über erste Erfahrungen und die zukünftige Nutzung des Gartens auszutauschen.

 
Ankündigung
Vom 21. bis 23. August wird am Hinguckergarten in der Woldenmey-Siedlung gefeiert und gebaut. Dann werden die bisher noch farblosen „soccer Hocker“ bemalt, der Garten bekommt neue Pflanzen und es werden Gartenmöbel gebaut. Gemeinsam wird gekocht, Musik gemacht, gespielt und entspannt.
Los geht es am Freitag den 21.8. um 16:00 Uhr. Am Samstag geht es ab 11.00 Uhr weiter bis Sonnenuntergang. Am Samstag findet zwischen 14.00 und 18.00 Uhr auch das Nachbarschaftsfest in der Woldenmey-Siedlung statt. Die Aktion im Garten ist ein Teil davon. Am Sonntag den 23.8. starten wir um 11:00 Uhr, dann wird fertig gebaut und gepflanzt, mittags gemeinsam gegessen und anschließend aufgeräumt.
Ihr seid herzlich eingeladen, bringt Eure Geschwister und Freunde mit!
 
07.08.2015
Am 7. August kamen im Rahmen des Soccerturniers „Nordcup“ in der Woldenmey-Siedlung wieder einmal die „soccer Hocker“ zum Einsatz.
Zum Aufwärmen und Üben zwischendurch konnten die Spielerinnen und Spieler aber auch die Zuschauer bei tropischen Temperaturen ihre Treffsicherheit unter Beweis stellen.
Gleichzeitig wurde auf das große Hinguckerereignis im Sommer 2015 vom 21.-23. August aufmerksam gemacht:
 
31.07.2015
Am 31. Juli 2015 fand eine offene Aktion im Rahmen des Hinguckers 2015 statt.
Ziel war es, einen Sonnenschutz - als weitere Ideen für den Garten - zu realisieren. Ausgestattet mit Sägen, Zollstöcken, Holzlatten und Experten haben wir vor Ort angefangen mit vielen Helfern einen Sonnenschutz auf dem vorhandenen Laubengang zu bauen. Es wurde gemessen, gesägt, geschraubt, gehämmert, auf Leitern geklettert und kreativ geplant.
Das Ergebnis ist ein vielseitig nutzbarer Sonnenschutz, der im Rahmen der Hingucker Aktion am 21.-23. August weiter gebaut wird und „ergänzt“ wird.
 

2014

 
15.11.2014
Die Sommerpause haben wir dazu genutzt uns mit erfahrenen Landschaftsarchitekten auszutauschen, wie die bisherigen Ideen und Anforderungen der Kinder an einen Garten am besten umgesetzt werden können. Ähnliche Projekte wurden genauer unter die Lupe genommen und ein intensiver Austausch mit Landschafsarchitekten und Gärtnern hat stattgefunden..... Ein blickdichter Garten aus Miscanthus Gräsern, der einen Rückzugsraum darstellt, in dem man chillen, die Sonne genießen, in den man Wege trampeln oder aus dem robusten Gräsern Hütten knoten kann, - ein „wilder“ und „widerstandsfähiger“ Garten für Kinder war das Ergebnis!!!! Am 14. und 15. November trafen sich ca. 20 junge Bewohnerinnen und Bewohner der Woldenmey-Siedlung, um ihren Miscanthus Garten anzulegen. Im Rahmen einer Schnupperaktion wurde, zwei Tage vorher die Fläche in dem bereits ausgewählten „Gartenareal“ abgesteckt und vorbereitet. Zur Vorbereitung wurde die Grasnarbe der Fläche entsprechend der Markierung abgeschält. Eine erste Veränderung war zu erkennen und die Neugier der Bewohner geweckt. Nun galt es diese zu bepflanzen! Zu Beginn der Aktionstage vor Ort wurde den Kindern erklärt, wie ihre bisherigen Ideen für einen Woldenmey-Garten umsetzten wurden. Warum aus Gräsern ein Garten gemacht wird und und wie der weitere Prozess aussehen wird. Und dann ging es los..... Erfahrene Landschafsgärtner haben den Kinder gezeigt, wie man Pflanzen „richtig“ pflanzt und welche „Arbeitsschritte“ notwendig sind, damit ein gutes Anwachsen gelingt. Als nächstes wurden die Pflanzen auf der Fläche ausgebreitet, um zu sehen, welche Abstände notwendig sind und wie deren Wirkung ist bevor sie eingepflanzt wurden. Ob „Groß“ ob „Klein“ – schnell hatte jeder eine Aufgabe und half mit! Gemeinsam wurde zwei Tage gegraben, eingesetzt, gepflanzt und geforscht! Die Kinder hatten großen Spaß und zeigten viel Ehrgeiz, ihren Garten selber anzulegen. Gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen wurden 140 Pflanzen an diesen zwei Tagen gepflanzt! Zum Ende der Aktion erstellten die Kinder und Jugendlichen Schilder, die alle BewohnerInnen darauf aufmerksam machen sollen, was hier passiert und wie man sich in dem Garten verhält. Derzeit entwerfen die Studenten des Fachbereichs „Freiraumplanung“ der Hochschule Bochum für den Hingucker-Garten individuelle Aufenthaltsorte, also Räume und Möbel, die zum Verweilen im Garten einladen. Ebenso soll über eine Eingangssituation und eine Erweiterung des Gartens in Form von „Satelliten“ nachgedacht werden. Die Entwurfsideen werden im Januar den Kindern und BewohnerInnen präsentiert und gemeinsam diskutiert. Die Kinder werden dann mit auswählen, welche Entwürfe ihnen am besten gefallen. Diese sollen dann im kommenden Jahr realisiert werden...
 
11.05.2014
Am 11. Mai trafen sich ca. 15 junge Bewohnerinnen und Bewohner der Woldenmey-Siedlung, um vier Betonkübel zu bepflanzen und damit einen ersten Baustein für einen Gemeinschaftsgarten in der Woldenmey zu gestalten. Trotz widriger Witterungsverhältnisse war die Stimmung sehr gut und nebenbei wurden auch immer wieder die „soccer Hocker“ als Fußballtore und Sitzgelegenheiten ausprobiert. Der große Baum im Bereich des zukünftigen Gartens eignete sich ausgezeichnet als „Dach“ zum Unterstellen bei heftigen Regengüssen. Eine große Herausforderung stellte die Entfernung der alten Bepflanzung dar, die sehr hartnäckig verwurzelt war und mit vereinten Kräften ausgegraben werden musste. Die Pflanzkübel wurden mit Obst (Erdbeeren), Gemüse (Zucchini), Kräutern (verschiedene Salbeiarten, Rosmarin, Schnittlauch) und Blumen (Sonnenblumen, Margeriten, Ringelblumen, Kapuzinerkresse) bepflanzt. Ein Kübel beheimatet nun Sonnenblumen, Margeriten, Geranien, Schnittlauch und Borretsch. Ein zweiter Kübel Zucchini und Kapuzinerkresse. In Nummer drei wachsen Erdbeeren und Ringelblumen und in Kübel vier Rosmarin, Salbei und Romanesko, ein Zierkohl. Es kamen immer wieder Besucher, um sich über den Stand der Gartenbauarbeiten zu erkundigen und wertvolle Pflanztips zu geben.
 
22.02.2014
Die Hingucker-Aktion stand diesmal unter dem Motto „Soccer-Hocker für die Woldenmey“.
Ziel war es sowohl die jungen „Garteninteressierten“ als auch die „Fußballer“ zu einer gemeinsamen Aktion zu motivieren und ein „Miteinander“ vor Ort zu initiieren.

Dafür trafen sich am 22. Februar etwa zwölf junge Bewohnerinnen und Bewohner im Freiraum der Woldenmey-Siedlung, um Möbel zum „Sitzen“ und „Kicken“ zu bauen. Als Vorlage dazu diente das Hinguckerlogo. Gemeinsam wurde vor Ort mit vorbereiteten Bauteilen aus Holz und Werkzeug losgelegt.

Zu Beginn der Aktion waren waren zunächst sechs Interessierte vor Ort, um mitzubauen. Nach der Fertigstellung des ersten Soccer-Hockers und der Einweihung als Fußballtor, wurden auch das Interesse der „Fußballer“ geweckt und so wurden gemeinsam weitere Hocker gebaut!

Insgesamt sind sechs Soccer-Hocker in der typischen Form des Hingucker-Logos – einem gedrehten ‚G’ - entstanden. Einige der Möbel wurden von den Kindern angemalt, um ihnen eine persönliche Note zu geben. Die jungen Woldenmeyer hatten sichtlich Spaß an der handwerklichen Arbeit und testeten die Möbel sofort als Sitzgelegenheiten und Fußballtore.

Die fertigen Möbel werden in der Aktionswohnung gelagert. Sie können für weitere Aktionen von genutzt werden und von den jungen Bewohnerinnen und Bewohnern der Woldenmey eingesetzt werden. Sie können beispielsweise im zukünftigen Garten zum Chillen aufgestellt oder als mobile Tore für eine Partie „Soccer-Golf“ in den Freiräumen der Siedlung eingesetzt werden.

 

 

 
19.01.2014
Am 19. Januar trafen sich die jungen Bewohnerinnen und Bewohner der Woldenmey-Siedlung (schwankende Beteiligung zwischen sechs und 20 Kinder und Jugendliche) vor der Aktionswohnung, um verschieden Orte für einen möglichen Garten auszuprobieren. Zunächst wurde der Ort direkt vor dem Balkon der Aktionswohnung mit Klappstühlen, Sonnenschirm, Sonnenbrillen, künstlichen Blumen und weiteren „Gartenutensilien“ getest. Die Nähe dieses Standortes zu den Wohnungen wurde von den „Gartentestern“ kritisch gesehen, da hier das Gefühl des beobachtet Werdens relativ stark ist. Also wurde ein anderer Standort angelaufen und auf Tauglichkeit geprüft.

Im Bereich der Pergolen, wo früher auch eine Tischtennisplatte stand und zukünftig neue Bänke aufgestellt werden sollen, wurden die jungen „Hingucker“ fündig. Die Freiflächen direkt neben dem „Pergolenplatz“ (à eine Namensgebung täte dem Ort auch ganz gut) wurden auf Gartentauglichkeit geprüft mit Gartenutensilien und Picknick (Punsch und Würstchen). Nun kamen auch die Fußballspieler zum Garten und schalteten sich in die Diskussion ein. Es wurde kontrovers diskutiert, ob sich diese Fläche eignet oder nicht. Einige Jugendliche fürchten auch an diesem Standort das „Beobachtet werden“ und schlugen eine Fläche neben dem Bolzplatz vor. Man einigte sich, dass innerhalb der Wohnbebauung, die gewählte Fläche am geeignetsten für ein Gartenprojekt sei. Das wird auch von erwachsenen Besuchern mit einschlägiger Gartenerfahrung aus der Kleingartenkolonie Woldenmey bestätigt. Die Sonnenausrichtung der Fläche ist optimal und eine Einsehbarkeit der Fläche von den Wohnungen wird als Vorteil gesehen, da so eine soziale Kontrolle gegeben ist. Seitens der Erwachsenen wird die Gartenidee ausdrücklich begrüßt. Die Kinder und Jugendlichen haben folgende Vorschläge und Ideen für den Garten:

  • Sofas, Sitzkissen
  • Tomatenzucht
  • mehr Licht abends, nicht nur im Gartenbereich
  • Brunnen oder Wasserstelle zum Trinken, Händewaschen, Essen zubereiten Pflanzen gießen, Spielen
  • Gewächshaus (aus Panzerglas)
  • Grillen
  • Sandfläche für Beachvolleyball in der Nähe des Gartens
  • Teich mit Strand
  • Apfelbaumwiese
  • Spielmöglichkeiten (Ballspiele, etc.) angrenzend an den Garten

Nach Einbruch der Dunkelheit war auch das letzte Würstchen verspeist. Es wurde allen noch Verbliebenen deutlich, wie dunkel der gesamte Innenbereich der Woldenmey-Siedlung und auch der Ort für den gewünschten Garten tatsächlich ist. Bevor ein kleines Planungsteam die Arbeit in der Aktionswohnung fortsetzte, wurde die Gartenfläche mit Knicklichtern inszeniert.

 

2013

 
11.12.2013
Am 11. Dezember 2013 trafen sich ca. 10-12 junge BewohnerInnen und Bewohner der Woldenmey-Siedlung in der Aktionswohnung, um verschiedene Ideen für einen zukünftigen Hingucker-Garten zu konkretisieren. Anhand einer Fingerübung zum Thema „ein Garten bedeutet mir....“ wurden die Kinder aufgefordert, in eine leere Streichholzschachtel zu malen oder zu schreiben, was für sie in einem Garten wichtig ist. Die Ideen waren…
  • Blumen und Pflanzen
  • Rutschen
  • Ort zum Ausruhen
  • Wasser/Pool
  • Sonnenplatz
  • Picknickplatz
  • Grillplatz (Es fehlt ein Ort zum Grillen!)
  • Musik hören/Chillen
  • Sonnen

Nach einer Vorstellungsrunde der unterschiedlichsten Nutzungsideen für einen Garten wurden folgende Fragestellungen gemeinsam diskutiert, um so den Hingucker-Garten weiter konkretisieren zu können:

  • Was wollt ihr in einem Garten machen?
  • Was soll in dem Garten wachsen?
  • Wer soll in sich in dem Garten aufhalten dürfen/können?
  • Wer pflegt den Garten?
  • Wer besorgt die Pflanzen? 

Die Antworten der Kinder waren dazu:

  • Der Garten ist nur für die Bewohner und Bewohnerinnen der Siedlung + Familie und Freunde
  • Schutz vor Fussballern ist ein unbedingtes „Muss“ für den Garten
  • Der Garten bzw. Teile des Gartens sollen abschließbar sein, aber wer kriegt einen Schlüssel?
  • Ein Zaun über den man nicht klettern kann sollte Teil des Gartens schützen
  • Keine Mauer als Abgrenzung!
  • Der Garten soll Sitzgelegenheiten und Tische, z.B zum Essen/Grillen haben aber auch Plätze zum „chillen“.
  • Folgende Sitzmöbel wurden vorgeschlagen: Liegestühle, gekippte Baumstämme, Hocker (Stoffhocker), Bänke, Sitzsack
  • Blumen und Gemüse sollen angepflanzt werden
  • Obstbäume und ein mögliches Baumhaus 
  • Regen- und Sonnenschutz für die Sitzbereiche
  • Beim Thema „sind Tiere erlaubt?“ waren sich die Befragten uneins 

Anschließend skizzierten die Kinder zu der Fragestellung „Wie sieht Dein Hinguckergarten in der Woldenmey-Siedlung aus?“ ihre Gärten und präsentierten sie in der Runde. Größe und Ort des Gartens wurden bisher noch nicht diskutiert. Im Rahmen der nächsten Hinguckeraktion im Januar soll gemeinsam ein Ort für den Garten gefunden werden!

 
13.11.2013
Am 13. November war die Bude voll. Am Nachmittag trafen sich ca. 25 junge und erwachsene Bewohnerinnen und Bewohner der Woldenmey-Siedlung in der Aktionswohnung, um sich über alltägliche Erfahrungen in der Woldenmey, neue Projektideen für die Siedlung und Vorstellungen zur Nutzung der Aktionswohnung auszutauschen.

Neben dem Team von JAS e.V. hießen Frau Büsing und Herr Meier von der Vivawest die zahlreichen Gäste in der Wohnung willkommen. Zunächst wurden Fotos aus der „guten alten“ Entstehungszeit der Siedlung, die eine Bewohnerin mitbrachte, angeschaut und kommentiert.
Anschließend berichtete Herr Meier von aktuellen „Baustellen“ und Aktivitäten in der Woldenmey-Siedlung. Daneben warb er für eine vielfältige Nutzung der Aktionswohnung durch die Bewohner (bis auf intensive Partynutzungen ist fast alles erlaubt) und das Angebot der Mietersprechstunde. Danach stellten die jungen Bewohnerinnen und Bewohner einige Projektideen für die Woldenmey-Siedlung vor, die in den vergangenen Hinguckeraktionen entwickelt wurden:

  • Ergänzung des Bolzplatzes um ein Dach
  • Garten
  • Hundespielplatz
  • Picknickplatz
  • Spielhaus
  • Eislaufbahn

Nach einem ausführlichen Austausch über alltägliche Erfahrungen und Ärgernisse in der Siedlung, u.a. zu den Themen Sauberkeit in der Siedlung, Höflichkeit unter den Nachbarn, Sicherheit in der Siedlung und dem Schaffen von Gemeinschaft in der Siedlung (was früher einmal eine große Qualität der Siedlung war), widmeten sich die kleinen und großen Besucher der Entwicklung von Nutztungsvorschlägen für die Aktionswohnung.

Vorschläge der Älteren:

  • Treffen, Kaffeeklatsch
  • Organisation von Fahrradtouren
  • Handarbeiten
  • Treff zum Kennenlernen anderer Bewohner

Vorschläge der Kinder:

  • Spielzimmer (analog und digital)
  • Fernseher
  • Couch zum Entspannen
  • Gesellschaftsspiele
  • „Chill-Ecke“

Nach einem intensiven Nachmittag des Austausches über die Vergangenheit und Zukunft der Woldenmey-Siedlung verabschiedeten sich die Besucherinnen und Besucher.

 
23.10.2013
Heute waren alle interessierten Kinder und Jugendlichen eingeladen, gemeinsam die bisher gesammelten Ideen für die Woldenmey-Siedlung zu konkretisieren und weiterzuspinnen, damit am Ende auch etwas gebaut werden kann. Ca. zehn junge Bewohnerinnen und Bewohner der Woldenmey-Siedlung trafen sich in der Aktionswohnung zur dritten Hinguckeraktion. Sie pinnten die bisherigen Ideen für die Woldenmey-Siedlung als Fähnchen auf ein großes Luftbild. Während des anschließenden Spazierganges durch die Siedlung wurde kontrovers über bereits vor sich gehende Veränderungen in der Siedlung diskutiert: Der Rasen auf dem Bolzplatz wurde gemäht, aber niemand spielt hier Fußball, demnächst landet ein „Elefant“, ein riesiges Spielgerät, in der Siedlung, wo könnten Bänke stehen, und was machen die Hunde, wenn sie nicht auf den Bolzplatz kacken dürfen? Zurück in der Aktionswohnung wurden angeregt durch den Rundgang, die frisch Luft und den Regen weitere Ideen gesammelt und in das Luftbild gepinnt: Spielhaus, Garten, Hundespielplatz, Netzschaukel, mobiles „Bushaus“ und mehr. Damit man die Ideen auch besser versteht, wurden für drei Ideen, eine Eislauffläche, den Garten und ein Spaßhaus, Modelle gebaut. Das Luftbild mit allen Ideen und die Modelle kann man sich in der Aktionswohnung angucken.
 
19.7.2013

Heute haben ca. 15 Kinder und Jugendliche aus der Woldenmey-Siedlung in einer offenen Aktion bei Sommersonnenwetter Schilder für ihre „Orte“ gestaltet. Dabei ging es um Orte, die sie sich für ihre Siedlung wünschen oder die ihnen hier fehlen. Die Holzschilder wurden auf der Freifläche vor der Aktionswohnung getapet oder gesprüht und direkt an den jeweiligen Orten in der Siedlung aufgestellt. Die Schilder blieben eine Woche an Ort und Stelle. So waren die „Wunschorte“ für alle Bewohner sichtbar. Es gab den Hingucker-Ort, den Chill-Ort, einen Picknick-Ort, einen Sound-Ort, einen Fußball-Ort, einen Ort zum Sonnen, einen Fahrradabstellort, einen Kletterort, einen Wasser-Ort und viele mehr.

 
5.7.2013
Im Rahmen der Eröffnung der Aktionswohnung in der Woldenmey-Siedlung am Freitag den 5.7.2013 waren die jungen und älteren Bewohner eingeladen, ein Postkartenmotiv mit ihren Wünschen und Anforderungen an ihre Wohnumgebung zu gestalten.

Dies geschah durch „ein Sich selbst vor der Siedlungskulisse in Szene Setzen“, ergänzt um einen coolen Spruch oder einen Herzenswunsch für die Siedlung.
Die Postkarten wurden im Anschluss an das Eröffnungsfest in einem Postkartenständer in der Aktionswohnung ausgestellt.

 

Im Rahmen des Hinguckers Ruhr ist es Ziel mit einem festen Bündnispartner, der Wohnungsbaugesellschaft Vivawest Wohnen GmbH, in unterschiedlichen Siedlungen des Ruhrtgebietes Gestaltungs- und Nutzungswünsche von Kindern und Jugendlichen im öffentlichen Raum sichtbar zu machen und vor Ort nachhaltige Impulse für die Umsetzung ihrer Wünsche und Ideen zu realisieren.

Auftakt des Hinguckers Ruhr 2013 ist die Woldenmey-Siedlung im Dortmunder Norden. Hier wurde im Sommer 2013 eine Aktionswohnung für die Bewohnerinnen und Bewohner der Siedlung eröffnet, die der individuellen Nutzung offen steht.

Im Rahmen der Hingucker Aktionen soll die Wohnung als Plattform für Kinder und Jugendliche genutzen werden, damit sie hier zukünftig ihre Interessen und Projektideen diskutieren und in die Tat umsetzen können.